Betreutes Wohnen

 Konzept „Ambulant Betreutes Wohnen“

Einige Bewohner und Bewohnerinnen unserer Lebensgemeinschaften konnten nach erfolgreicher Stabilisierung und Entwicklung in den letzten Jahren in das „Ambulant Betreute Wohnen“ gehen.

Um dem immer wieder geäußerten Wunsch nach weiterer (ambulanter) Anleitung durch

unsere Mitarbeiterschaft im gewohnten Umfeld nachzukommen, dehnen wir unser Leistungsangebot nun auf das „Ambulant Betreute Wohnen“ aus.

 

1. Art der Leistung

Das „Ambulant Betreute Wohnen“ ist eine intensive, individuelle Anleitung und

Unterstützung im Rahmen der Eingliederungshilfe, die es Menschen mit einer „ dauerhaft wesentlichen Behinderung“ ermöglicht, weitestgehend selbstbestimmt in der Gemeinde zu leben.

Das Hilfeangebot ist immer orientiert an den Fähigkeiten und Bedürfnissen der betreuten Person und findet in der Regel in ihrem persönlichen, alltäglichen Umfeld statt.

 

2. Zielgruppe

Unser Angebot richtet sich an erwachsene Menschen, die auf Grund ihrer geistigen

Behinderung vorübergehend oder auch auf Dauer Hilfe und Anleitung benötigen.

 

3. Zielsetzung

Unabhängig von Art und Schwere der Behinderung wollen wir die betreute Person bei einer weitestgehend selbstständigen und eigenverantwortlichen Lebensführung unterstützen.

Die Teilnahme am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben soll ermöglicht und gepflegt werden.

Auf der Basis einer tragfähigen Beziehung soll eine Hilfe zur Selbsthilfe aufgebaut werden, vorhandene Fähigkeiten erhalten und Ressourcen entwickelt werden. So soll der Weg – nach dem Heim – in den selbständigen Alltag und den unabhängigen Haushalt durch individuell angepasste Hilfe unterstützt werden. Diese Hilfe findet in der eigenen Wohnung statt.

Einige wichtige Ziele:

– Die selbstständige Lebensführung im eigenen Haushalt

– Der Aufbau einer stabilisierenden Tagesstruktur, einer geregelten Arbeitssituation

– Verständnis oder Akzeptanz der eigenen Behinderung und Annahme

der nötigen Hilfestellungen

– Kompetenz für Krisen- und Konfliktbewältigung

– Eigenständiger Umgang mit Finanzen und Kontoführung

– Aufbau und Pflege sozialer und kultureller Kontakte

– Die Entwicklung einer sinnerfüllten Lebensperspektive

– Mindestens soll einer Verschlimmerung der bestehenden Beeinträchtigung und deren Folgen entgegengewirkt werden.

 

4. Arbeitsweise und Methoden

Grundlage der Hilfeleistung ist der verbindliche Kontakt der betreuten Person mit der

begleitenden Bezugsperson. Dabei ist uns die „Begegnung auf Augenhöhe“, geprägt durch Achtung und Respekt vor der anderen Person, besonders wichtig.

Unsere Hilfen im Einzelnen:

– Herstellen eines vertrauensvollen Miteinanders

– Organisation und Anleitung in der Haushaltsführung, lebenspraktisches Training

– Hilfestellung beim Umgang mit Geld im Alltag

– Beratung und Anleitung beim Aufbau einer sinnvollen Tagesstruktur, Pflege

derselben

– Sicherstellung/Beachtung ärztlicher und therapeutischer Maßnahmen

– Hilfestellung und Beratung von Angehörigen

– Kooperationskontakte mit rechtlichen Betreuern und Betreuerinnen

– Begleitung der Person außerhalb der Wohnung

– Hilfestellung bei der Herstellung von Kontakten/Terminen zu Gruppen und Institutionen

– Hilfestellung bei der Wohnungssuche

-Regelmäßige Einzel- und Gruppengespräche, evtl. Krisenintervention

-Kontakt zur WfbM

– Anleitung bei der Entwicklung von Strategien zur Vermeidung von

selbstschädigendem Verhalten

– Suchtprophylaxe – Herstellung von Kontakten zu anderen Diensten

– Information und Anleitung in Bezug auf Wahrnehmung von Freizeitangeboten in der

Gemeinde und bei IONA Lebensgemeinschaften e.V.

-Unterstützung bei der Planung von Urlaubsfahrten

– Hilfestellung bei der Aufnahme und Durchführung einer Beschäftigungs- oder

Arbeitssituation

– Dokumentation, Schriftverkehr, Abschlussbericht

– Einzelfallbezogene Tätigkeiten im Vorfeld einer Betreuung und im Rahmen einer

Nachbetreuung

– Rufbereitschaft

Konkret werden diese Hilfeleistungen durch die gemeinsame Erstellung der individuellen Hilfeplanung, persönlichen und telefonischen Kontakt, Anleitung, Mithilfe, Übernahme, gemeinsame Einübung und Kooperation mit anderen Leistungsanbietern durchgeführt.

 

5. Aufnahmekriterien und Aufnahmeverfahren

Voraussetzung für die Aufnahme in unser „Ambulant Betreutes Wohnen“ ist die Fähigkeit und die Bereitschaft, sich auf eine verbindliche Beziehung im Rahmen der beschriebenen Zielsetzung einzulassen und verbindliche Absprachen zu treffen.

Das Aufnahmeverfahren:

Der erste Kontakt findet im Rahmen eines unverbindlichen Informationsgespräches statt.

Bei weiterem Interesse von Seiten des Hilfe suchenden Menschen wird ein Erhebungsbogen ausgefüllt mit einigen biographischen und krankheitsbezogenen Daten und Wünschen für die Zukunft.

Eine fremdanamnestische Erhebung (durch Ärzte, Angehörige, rechtliche Betreuer) als ergänzende Information ist sinnvoll.

Im nächsten Schritt wird der Hilfeplan gemeinsam erarbeitet (in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Freizeit, soziale Beziehungen und Weiteres).

Die Notwendigkeit für ein betreutes Wohnen muss durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden.

Der festgestellte Hilfebedarf wird dem Kostenträger und der zuständigen Hilfeplankonferenz (HPK) vorgestellt und unter größtmöglicher Einbeziehung des Hilfesuchenden besprochen.

Die HPK gibt in der Regel ein Votum zur Plausibilität und Umfang des Hilfebedarfs ab. Im Anschluss erfolgt seitens des Kostenträgers eine Bescheiderteilung.

Eine spätere Veränderung oder Erhöhung des Hilfebedarfs ist im Einzelfall mitzuteilen, fachlich zu begründen und muss erneut von der HPK und dem Kostenträger bestätigt werden.

Bei Beendigung der Betreuung sind der Abschluss der Betreuungsaktivitäten, ggf. die Erarbeitung der weiteren Hilfemöglichkeiten und ein schriftlicher Abschlussbericht

erforderlich.

 

6. Qualität der Leistung

Zu Beginn der ambulanten Betreuung wird zwischen der betreuten Person und IONA Lebensgemeinbschaften e.V. ein rechtsverbindlicher Betreuungsvertrag abgeschlossen.

Er beinhaltet Vereinbarungen in Bezug auf Inhalt und Umfang, ggf. auf Finanzierung.

Der Betreuungsvertrag wird unabhängig vom Mietvertrag geschlossen.

Die Kontinuität in der Betreuung wird gewährleistet. Sie erfolgt im Bezugspersonen-system. Eine Vertretung ist sichergestellt.

Die individuelle Betreuungsleistung kann durch Gruppenangebote ergänzt werden.

Die Betreuung findet primär in Form aufsuchender Hilfe statt und orientiert sich zeitlich am Bedarf der betreuten Person (auch abends oder am WE).

Grundlage ist die individuelle Hilfe- und Betreuungsplanung analog der Zielsetzung und Arbeitsweise des Ambulant Betreuten Wohnens.

Übergabe und Dienstbesprechungen, Team – und Fallsupervision werden regelmäßig durchgeführt.

Es besteht ein internes und externes Fortbildungsangebot.

IONA Lebensgmeinschaften e.V. führt eine kontinuierliche Qualitätssicherung und –entwicklung nach dem „GAB Verfahren“ durch. Darüber hinaus besteht die Bereitschaft, sich den im Verbund in Wuppertal erarbeiteten Qualitätsstandards anzuschließen.

Es besteht ein Büro mit Besprechungsraum im Einzugsgebiet (Wuppertal-Briller Viertel).

Die Krisenintervention ist im Rahmen der örtlichen Gesamthilfestruktur sichergestellt.

Im Jahresbericht an den Sozialhilfeträger ist eine Aufstellung aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Qualifikation, Anstellungsverhältnis und Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen enthalten.

Die Hilfeleistung erfolgt bedarfsgesteuert.

Die Betreuung erfolgt auf der Grundlage der vereinbarten Hilfeplanung, die regelmäßig überprüft, fortgeschrieben und dokumentiert wird.

Die direkten Betreuungsleistungen werden zeitnah ( spätestens nach Ablauf eines Monats) quittiert.

Die Konzeption wird fortgeschrieben.

Angehörige und andere Bezugspersonen werden – mit Zustimmung der betreuten Person- in die Betreuung einbezogen, wenn es fachlich begründet ist.

Der Hilfeprozess soll so ausgerichtet sein, dass die betreute Person nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ ihr soziales Netz weiterentwickeln und ihre Eigenkompetenz stärken kann.

Auf Beschwerden wird unverzüglich reagiert. Ist kein Einvernehmen zu erzielen, wird der Sozialhilfeträger informiert. IONA Lebensgemeinschaften e.V. ist grundsätzlich bereit, eine Beschwerdestelle für Menschen mit geistiger Behinderung mitzutragen und sich der Vermittlung einer Schiedsstelle anzuschließen (Beschwerderat der Stadt Wuppertal).

Im Jahresbericht werden die Summe der Betreuungsaktivitäten, Qualitätssicherungsmaßnahmen, die wesentlichen Entwicklungen und Problembereiche der Betreuungsarbeit und die Kooperation mit anderen Diensten dargestellt.

Grundlage sind immer die im individuellen Hilfeplan vereinbarten Ziele.

Zum Ende des im Hilfeplanverfahren festgelegten Bewilligungszeitraumes erfolgt eine Berichterstattung an den Sozialhilfeträger in dem Ziele, Methoden und Durchführung

dargestellt werden, die Zielerreichung bewertet wird und neue Ziele/Anschlussziele formuliert werden.

 

7. Personelle Ausstattung

IONA Lebensgemeinschaften e.V. beschäftigt ein multiprofessionelles Team mit folgenden Qualifikationen:

– Heilerziehungspflegerin / Heilerziehungspfleger

– Diplom-Sozialarbeiterin

– Diplom Sozialpädagogin

– Heilpädagogen / Heilpädagoginnen

– Altenpflegehelferin

– Erzieher

– Diplom SozialtherapeutIn

– ex. Hauswirtschafterin

Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verfügen über eine mehrjährige Berufspraxis in der Arbeit mit Menschen mit einer geistigen Behinderung.

Kenntnisse in der personenzentrierten Hilfeplanung sind durch eine Berufspraxis von mindestens einem Jahr vorhanden.

 

8. Kooperationen und Kontakte

Es gibt regelmäßige Arbeitskontakte zu:

– den Gremien der Stadt Wuppertal

-KoKoBe (Koordinierungs-, Kontakt- u. Beratungsstelle )

– zu verschiedenen niedergelassenen Ärzten und Therapeuten

– örtlichen Vereinen

– Kriseninterventionsdienst

– Angehörigengruppen

– städtischen Behörden

– rechtlichen Betreuern

– dem Facharbeitskreis Wohnen NRW im DPWV

– dem Fachbereich LebensOrte im Verband für anthroposophische Heilpädagogik,

Sozialtherapie und Soziale Arbeit